Login
 

Unser Haus-Rezept für:

Verarbeitung von Pflasterklinkern

Pflasterklinker von Wienerberger entsprechen der DIN EN 1344 und DIN 18503 und den darin enthaltenen strengen Anforderungen an die Güteprüfung. Fachgerecht ausgeführten Pflasterklinker-Flächen bedarf es bei Ausführung im Freien unter natürlicher Bewitterung keiner besonderen Pflege – sie sind wartungsfrei. Lediglich bei geschützten Räumen, die z. B. zu Wohnzwecken genutzt werden oder bei überdachten Flächen im Freien ist eine gelegentliche Reinigung erforderlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Standfesten, frostsicheren und wasserdurchlässigen Unterbau anlegen
  • Bettung aus geeignetem Bettungsmaterial. Die Dicke sollte 3 bis max. 5 cm
    im verdichtetem Zustand betragen
  • Bei Verwendung von Recycling-Material für die Bettung möglichen
    Gehalt an ausblühfähigen Stoffen prüfen
  • Pflasterklinker aus mehreren Paketen quermischen
  • Ca. 2,5 % Gefälle einhalten
  • Fugenausbildung 3 bis max. 5 mm dick
  • Verbundwirkung des Pflasters durch Fugenverfüllung mit Splitt oder Sand
    (Korngrößen 0/4G, 0/5G)
  • Unmittelbar nach dem Verlegen einfegen, später mit Wasser einschlämmen
    (Korngröße 0/2G)
  • Verdichtung der Pflasterfläche mittels Flächenrüttler mit Gummischutz
  • Erneut Fugenmaterial einfegen und einschlämmen
Schritt-für-Schritt Anleitung
1

Einbringen der Tragschicht

Auf tragfähigem, profilgerechtem Planum wird zunächst die Tragschicht erstellt. Die Dicke der Tragschicht hängt von der zu erwartenden Verkehrs- und Frostbean spruchung ab, sollte jedoch mindestens 25 cm betragen. Als Tragschichtmaterial eignen sich Bruchschotter oder Kies in der Körnung 0/32 oder 0/45. Recycling-Baustoffe sind vorab auf ausblühfähige Substanzen zu prüfen.

2

Verdichten der Tragschicht

Das Tragschichtmaterial ist lagenweise einzubringen und mit einer Rüttelplatte bis zur Standfestigkeit zu verdichten (ggf. prüfen). Zur Ableitung von Niederschlagswasser ist in der Oberfläche ein Mindestgefälle von 2,5 % vorzusehen. Die Tragschicht muss auch im verdichteten Zustand wasserdurchlässig sein.

3

Erstellen einer Randeinfassung

Als Randeinfassung kann eine Reihe senkrecht stehender Pflasterklinker mit einer stabilisierenden Beton-Rückenstütze verwendet werden. Die Verlegebreite ist vorab durch Auslegen einzelner Ziegelreihen zu ermitteln.

4

Einbringen der Bettung

Auf der Tragschicht werden Abziehlehren ausgelegt und ausgerichtet. Dazwischen wird das Bettungsmaterial eingebracht und flächig verteilt. Als Bettungsmaterial sind gut verdichtbare, ausblühfreie Korngemische mit ausreichender Festigkeit (z.B. Hartgestein, wie Diabas oder Basalt) zu verwenden, Korngrößen 0/4, 0/5 oder 0/8. Ein geringer Feinstkornanteil verringert das Wasser rückhaltevermögen und sorgt für kurze Trocknungszeiten der Pflasterfläche.

5

Abziehen der Bettung

Mit einem Richtscheit wird über jeweils zwei Abziehlehren die Bettung eben abgezogen. Die beim anschließenden Entfernen der Abziehlehren entstehenden Rillen sind mit Bettungmaterial zu verfüllen. Alternativ kann auch über bereits fertige Randeinfassungen abgezogen werden.
In diesem Fall muss das Abziehbrett am Ende um die Höhe des Pflasterziegels ausgeklinkt werden.

Die fertige Bettungsschicht soll eine gleichmäßige Dicke von mindestens 3 und maximal 5 cm aufweisen und wasserdurchlässig sein. Durch die gleichmäßige Dicke erhält die Bettung automatisch die bereits in der Tragschicht berücksichtigte Neigung (mindestens 2,5 %).

6

Verlegen der Pflasterklinker

Hinweis: Die angelieferten Pflasterklinker sind nach Au-genschein zu prüfen. Etwaige Mengen- oder Qualitätsdifferenzen sind vor dem Einbau zu klären. Ziegel mit sicht baren Mängeln dürfen nicht eingebaut werden!

Das Abziehen und Verlegen der Pflasterklinker soll Zug um Zug in Abschnitten von ca. 2  m erfolgen. An einer geraden Seite beginnend werden die Pflasterklinker mit einer Fugenbreite von 3 bis 5 mm auf der abgezogenen Bettung verlegt. Die abgezogene Bettung darf dabei nicht betreten werden.

Nach jeweils etwa vier Reihen werden die Fugen mit dem bereitliegenden Fugenmaterial verfüllt (nähere Hinweise s. Punkt 8 „Fugenverfüllung“). Es empfiehlt sich, zur Einhaltung der Fugenflucht ca. alle 1,50 m eine Richtschnur zu spannen. Für die Verlegung sind die Pflasterklinker stets aus mehreren Paketen gleichzeitig zu entnehmen und querzumischen.

7

Herstellen von Passstücken

Passstücke können mit einer wassergekühlten Steinsäge oder mit einem Winkelschleifer zugeschnitten werden.

8

Fugenverfüllung

Durch das vollständige Verfüllen der Fugen mit geeig-netem Fugenmaterial wird eine Verbundwirkung innerhalb der Pflasterfläche erzeugt. Hierfür eignen sich Brechsand-Splitt-Gemische der Körnungen 0/4G oder 0/5G. Bei rundkörnigen Gesteinskörnungen ist die Einhaltung der Sieblinie besonders wichtig. Quarzsand ist nicht geeignet!

9

Abrütteln

Nach dem vollständigen Verfüllen der Fugen werden zu große Gesteinskörner, die nicht in die Fugen passen und überschüssiges Fugenmaterial abgekehrt. Dann wird die Pflasterfläche mit einem leichten bis mittelschweren Flächenrüttler mit unter gebauter Kunststoffplatte (Zentrifugalkraft max. 12 kN) von außen nach innen abgerüttelt. Die durch das Rütteln leicht zu-sammengesackten Fugen werden erneut mit Fugenmaterial aufgefüllt.

10

Einschlämmen

Für den Fugenschluss kann als letzter Arbeitsgang eine feinkornreiche Gesteins körnung 0/2 eingefegt und eingeschlämmt werden.

Du musst dich einloggen um deine Merkliste nutzen zu können
 
Hast du Fragen?
Popup schließen