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Unser Haus-Rezept für:

Die fachgerechte Verarbeitung von Vormauerziegeln

Unterschiedliche Vermauerungsformen von Vormauerziegeln ermöglichen eine variantenreiche Architektur. Oft sind es nur ein paar Zentimeter nach rechts oder links, die entscheiden, ob die Fassade eine ruhige oder lebhafte Ausstrahlung hat.

Vormauerverbände bieten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten 

Einen Ziegelverband muss man sich wie folgt vorstellen: Gewöhnlich werden Vormauerziegel beim Errichten einer Klinkerfassade gemischt versetzt, das ist der Fachausdruck für das so genannte Verlegen im Verband, bei dem die Ziegelsteine bewusst nicht genau übereinander gelegt werden, um Lasten und Kräfte gleichmäßig im Mauerkörper zu verteilen und keine unbeabsichtigten Sollbruchstellen anzulegen. In vielseitiger Weise zueinander versetzt schaffen Ziegelverbände so optisch ansprechend gestaltete Fassaden. 

Dabei entscheiden oft Zentimeter über die jeweilige Ausstrahlung eines Gebäudes: Je nachdem ob einzelne Klinker nach rechts oder links versetzt angeordnet werden, erhält das Haus einen eher harmonischen oder vielmehr lebendigen Ausdruck. Zusammen mit diversen Klinkerfarben, Oberflächenstrukturen und Fugenausführungen tragen variantenreiche Verbandformen dazu bei, Häuserfassaden nahezu beliebig zu gestalten – ganz nach dem persönlichen Geschmack der Bauherren. 

Wie abwechslungsreich Terca Vormauerziegel-Fassaden aussehen können, beweisen beliebte Verbandarten wie der Wilde Verband oder der Läuferverband. Während sich der klassische Läuferverband beispielsweise durch seine ausgesprochen ruhige Optik auszeichnet, setzen insbesondere Zierverbände reizvolle Akzente. Dies ist auf die jeweilige Anordnung oder auch Farbwechsel der Ziegel zurückzuführen. 

Versetzt der Verarbeiter bei der klassischen Variante jede zweite Klinkerreihe um einen halben oder einen viertel Stein gegenüber der vorherigen Steinreihe, bieten Zierverbände mehr als ein Dutzend Arten, Stein auf Stein zu setzen. So werden beispielsweise beim so genannten Kopfverband die Ziegel vorher in der Mitte durchgeschlagen und die Kopfseiten nach vorne sichtbar vermauert. Wohingegen beim Kreuzverband von Lage zu Lage ein Wechsel von längs- und kopfseitig vermauerten Klinkern stattfindet. 

Einige Ziegelverbände tragen den Namen ihrer traditionellen Verbreitungsgebiete, wie z.B. der Holländische, Flämische oder Schlesische Verband. Letzterer zeichnet sich durch die gleichmäßige Abfolge von zwei oder drei Läufern (= längs vermauerte Klinker) auf einen Kopf aus. 

Bevor es losgeht:

Bestellen

Bestelle möglichst alle für den Bau benötigten Verblender/Klinker, mindestens jedoch für zusammenhängende Bauabschnitte. Ziegel aus mindestens vier Paketen gleichzeitig verarbeiten (quermischen).

Du vermeidest damit Farbunterschiede, denn Verblender/ Klinker sind Baustoffe aus natürlichen Rohstoffen.

Lagern

Lade die Paletten sorgfältig ab. Lagere die Ziegel bodenfrei und so, dass sie vor Schmutz und Witterung geschützt sind.

1
Ziegel und Vormauermörtel für zusammenhängende Bauabschnitte rechtzeitig bestellen und bodenfrei lagern.
2
Ziegel aus mindestens 4 Paketen gleichzeitig verarbeiten (quermischen).
3
Vormauermörtel nach den Hinweisen des Herstellers verarbeitungsgerecht anmischen.
4
Stark saugende Ziegel vornässen.
5
Ziegel vollfugig vermauern. Überbindemaß einhalten.
6
Fugenglattstrich nach dem Anziehen ausführen. (Daumentrocken)
7
Trockene Mörtelreste mit Holzspachtel oder Wurzelbürste entfernen.
8
Frisches Mauerwerk vor Verschmutzung schützen, Gerüstbretter hochlegen.
9
Frisches Mauerwerk vor Regen und Sonne schützen, Wasser weg vom Mauerwerk.
10
Bei Frost auf keinen Fall mauern. Frisches Mauerwerk sowie Material vor Frost schützen. Keine Frostschutzmittel!
Schritt-für-Schritt Anleitung
1

Mörtel anrühren

  • Verwende einen Vormauermörtel, der auf das Saugverhalten des Ziegels abgestimmt ist (Mörtelgruppe II a).
  • Bereite den Werktrockenmörtel auf der Baustelle auf. Mische so viel Anmachwasser unter, wie auf dem Gebinde angegeben ist.
  • Mische den Mörtel intensiv und verarbeite alles innerhalb einer Stunde.
  • Chemische Zusätze sind nicht zulässig.
2

Vormauerziegel / Klinker mauern

  • Verarbeite die Ziegel aus mehreren Paketen gleichzeitig. Indem du diese Ziegel mischst, erzielst du ein natürliches Farbspiel.
  • Saugfähige Ziegel bitte vornässen – insbesondere bei trockener Witterung.
  • Schneide, wenn du Teilstücke von Vormauerziegeln oder Klinkern brauchst. Bitte nicht schlagen.
  • Decke frisches Mauerwerk ab, um es vor Witterungseinflüssen zu schützen.
  • Verarbeite die Ziegel nicht bei Temperaturen unter +5 °C. (Tag und Nacht)

 

Vollfugig mauern

Der Fugenglattstrich ist die sicherste Methode, ein Mauerwerk zu erstellen. Dabei geschehen Mauern und Verfugen in einem Arbeitsgang. Sobald der Mörtel ansteift, wird er mit einem Kunststoffschlauch oder Fugeisen glatt gestrichen.

3

Nachträgliches Verfugen

Vorab reinigen

  • Groben Schmutz mit Spachtel oder Holzbrettchen entfernen.
  • Verblendflächen trocken vorreinigen, insbesondere die Fugen von allen Mörtelresten säubern.
  • Falls du nass reinigen musst: von unten nach oben vornässen bis zur Wassersättigung, danach mit der Wurzelbürste von oben nach unten reinigen.
  • Reinigungsmittel nur bei hartnäckiger Verschmutzung einsetzen: handelsübliche Mittel nutzen (pH-Wert 3 bis 7), Herstellerangaben beachten.
  • Keine Salzsäure verwenden.
  • Mit klarem Wasser reichlich nachwaschen.
4

Nachträgliches Verfugen

Verfugen

  • Wenn du nachträglich verfugen möchtest, sollte es nicht zu trocken, zu sonnig oder zu windig sein.
  • Misch den Fugenmörtel feucht bis plastisch an und verarbeite ihn innerhalb einer Stunde.
  • Verfuge nicht, wenn die Temperaturen unter + 5 °C liegen.
  • Frostschutzmittel sind nicht zulässig.
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Korrekte Fugenausbildung

Die Fuge soll möglichst bündig, jedoch maximal 2 mm hinter die Ziegelvorderkante zurückspringend abschließen. Sie ist so auszuführen, dass Regenwasser auf der Oberfläche der Fassade ungehindert herunterfließen kann.

Bei trockener Witterung ist die frische Verfugung zum Schutz gegen frühzeitiges Austrocknen und zur Förderung des Abbindevorganges mehrfach zu besprühen. Fugarbeiten werden zweckmäßig an Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit und geringer Luftbewegung ausgeführt. Auch zu starke Sonnenbestrahlung ist zu vermeiden. Ungünstige Witterungsbedingungen erfordern zusätzliche Schutzvorkehrungen, wie z.B. das Abhängen des Gerüsts mit Planen.

Gut zu wissen:

Mauerwerksverbände

Der Verband ist wichtig für die Tragfähigkeit des Mauerwerks und prägt darüber hinaus entscheidend das Erscheinungsbild der Fassade.

Geeignet sind alle Regel- und Zierverbände, die den üblichen Verbandsregeln entsprechen. Danach müssen die Stoßfugen übereinanderliegender Schichten versetzt sein, um für eine Überbindung der Ziegel zu sorgen. Laut DIN EN 1996-2 muss das Überbindemaß ü ≥ 0,4 h ≥ 45 mm betragen (größerer Wert maßgebend).

h = Höhe des Ziegels (Nennmaß)

Fugendicke

Die allen Mauerwerksverbänden zugrunde liegende Maßordnung bestimmt die Dicke der Fuge in Abhängigkeit zu den Formaten der Ziegel. In der Regel beträgt das Nennmaß der Lagerfugen 12 mm und das der Stoßfugen 10 mm. Maßtoleranzen der Ziegel sind zur Einhaltung der Maßordnung durch Anpassung der Fugendicke auszugleichen.

Überbindemaße der gängigen Ziegelhöhen

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